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GEMEINDE ST. MARIA

Das Zentrum unserer Gemeinde ist die Marienkirche, die mit dem daran angrenzenden Gemeindehaus einen Gebäudekomplex bildet, der Begegnung, Gottesdienste und Veranstaltungen unter einem Dach ermöglicht. In unserem Gemeindezentrum treffen wir uns, um uns über unseren Glauben und über das, was uns bewegt, auszutauschen. Hier planen wir auch gemeinsam, wie Kirche von morgen aussehen kann und wie der Prozess auf dem Weg dahin gestaltet werden kann.

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St. Maria MIT gEMEINDEHAUS

Marienstraße 5, 73431 Aalen
St. Maria – Kirchenbau in moderner Architektur ...

Das Gotteshaus mit angrenzendem Gemeindehaus, Pfarrhaus und Pfarrbüro wurde 1972 am Ort der 1969 abgerissenen alten Marienkirche direkt neben der Hochbrücke errichtet und geweiht. Hier trifft sich die Gemeinde zum Gottesdienst, zu Bildungsveranstaltungen und zum geselligen Beisammensein. Wenn man in diese Kirche tritt, erschließt sich ein weiter Raum, der in die Breite ausgreifend ist. Der große Chor geht fließend in den Seitenaltarbereich rechts und in die Orgelempore links über. In der Mitte zieht der Marienteppich alle Aufmerksamkeit auf sich. Er wurde in Reutlingen handgefertigt.

Der Innenraum der Marienkirche ist durch die auffällige Beton-Architektur des Stuttgarter Architekten Beck-Erlang geprägt sowie durch die 1980 eingebaute, mächtige Orgel mit 37 Registern, das farbige Fensterband beim Seitenaltar und einzelne Holzschnitzfiguren. Beim Bau der neuen Kirche war es ein Anliegen, Figuren und Glasfenster aus der alten Marienkirche zu übernehmen, und so eine Verbindung der beiden Kirchen miteinander herzustellen.
Die Zwölf Apostel aus der alten Marienkirche zieren die linke Seitenwand der neuen Kirche. Sie stammen aus dem 19. Jahrhundert, ebenso wie der Hl. Josef und Johannes der Täufer, die den Taufbereich herausheben.

Die Madonna im Seitenaltarbereich ist eine Nachschnitzung. Das kleinere Original befindet sich in der Schatzkammer des Münsters Schwäbisch Gmünd. Der Schnitzer Josef Wolfsteiner ist sehr gut verwurzelt in der Region und unserer Gemeinde. Er stammt aus Hüttlingen und machte zwischen 1925 und 1928 seine Ausbildung zum Bildhauer und Figurist, 1937 erhielt er seinen Meisterbrief. Die Madonna der Marienkirche zeichnet sich durch ihren klaren und aufrichtigen Blick aus, welchen das Jesuskind ebenfalls hat. Beide schauen in dieselbe Richtung, sodass der Betrachter spürt, dass sie wissend sind und souverän.

Die Pieta (Maria, die den Leichnam ihres Sohnes trägt) ist ebenfalls eine Nachschnitzung Josef Wolfsteiners. Ihr Original steht im Alten Kirchle (Stephanuskapelle) in Wasseralfingen. Diese wurde 1353 von Ulrich II. von Ahelfingen gestiftet. Josef Wolfsteiner hat sich bei dem zu schnitzenden Bildprogramm für die Ausgestaltung in der ganzen Region bedient, was seine Verbundenheit zur Ostalb zeigt und gleichzeitig auch die Verbundenheit der Christen in der Region.

Das ausdrucksvolle Kreuz im Chorraum ist die dritte Nachschnitzung im Bunde. Hier bedient sich der Schnitzer der Vorlage des Kruzifixes in der Pfarrkirche (Unbefleckte Empfängnis) Ebnat. Es ist ein spätbarockes Motiv, welches den leidenden Christus zeigt, der sein Haupt zu den Seinen senkt. Auch hier vergrößert der Bildhauer die Vorlage für sein Werk und schnitzt einen übergroßen Korpus. Die nachgeschnitzte Figur zeigt sich jedoch zurückhaltender als das Original, da die Figur einen goldenen Lendenschurz trägt.

Aus der alten Marienkirche ist die Verglasung erhalten, welche jetzt beim Seitenaltar wie eine Lichtsäule in den Kirchenraum emporsteigt. Es sind Szenen, die das Leben Marias nachvollziehen und ihre Erlebnisse und Begegnungen mit Gott und ihrem Sohn bebildern. Sie verbreiten eine besondere Atmosphäre. Das linke Fenster führt in neun Bildern von oben nach unten zu den Freuden Mariens hin:
Dies Fenster zeigt die Verkündigung Gabriels und Heimsuchung Elisabeths. Beide Szenen sind im Lukasevangelium beschrieben: Lk 1, 26-45: »Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel. In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.«

Bei diesem Fenster kommt die katholische Volksfrömmigkeit aus dem Spätmittelalter zum Tragen, in der die Hochzeit von Maria und Joseph eine zentrale Rolle spielte. Das Motiv ist im Protoevangelium des Jakobus zu finden. An dieser Stelle wird deutlich, dass die Kunst immer etwas weiter geht, den Horizont erweitert und auch die Phantasie der Menschen belebt. Denn von einer Hochzeit ist bei den vier Evangelisten bei keinem die Rede. Zwei von ihnen (Matthäus und Lukas) erwähnen, dass Maria und Josef verlobt sind.

Das andere Motiv ist ein biblisches und eines der wichtigsten Weihnachtsmotive: Die Engelsbotschaft an die Hirten: Lk 2, 9-18: »In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe / und Friede auf Erden / den Menschen seines Wohlgefallens. Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: Lasst uns nach Betlehem gehen, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr kundgetan hat! So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde.«

Diese Fenster nehmen die Geburt Jesu in Bethlehem und den Engelsauftrag an Josef in den Blick. Hier ist die Sicht des Evangelisten Matthäus aufgegriffen worden und der Fokus, welchen er bei seiner Erzählung des Evangeliums setzt: Mt 1, 18-25: »Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Siehe: Die Jungfrau wird empfangen / und einen Sohn gebären / und sie werden ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott mit uns. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar. Und er gab ihm den Namen Jesus.«

Das Spannende bei diesem Doppelfenster ist, dass es sich für das Motiv von Anna, Maria und Jesus abermals der apokryphen Schriften bedient. Anna ist der Legende nach die Mutter Marias, das Bild zeigt sozusagen einen Besuch der Großmutter.

Das andere Motiv zeigt die heilige Familie: Josef mit einem Hut, der anmutet, als sei er der eines Schäfers. Der Künstler zeigt hier, dass Josef sich um seinen Sohn Jesus sorgt und ihn gut behütet aufwachsen lässt. Auch Maria weist dem kleinen Jesus den Weg, indem sie ihm die Hand auf die Schultern legt und ihn behutsam lenkt. Der junge Jesus läuft leichtfüßig und mutet wie ein spielendes Kind an.

Die letzte Szene der Fenster auf dieser Seite zeigt den zwölfjährigen Jesus im Tempel. Diese Szene ist dem Lukasevangelium entnommen: Lk 2, 46-52: »Da geschah es, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen. Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten. Als seine Eltern ihn sahen, waren sie voll Staunen und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört? Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen. Jesus aber wuchs heran und seine Weisheit nahm zu und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.«

Das Fenster auf der rechten Seite zeigt die vier Szenen des Leidensweges Marias. Links oben die Schmerzensweissagung Simeons, welche bei Lukas zu finden ist: Lk 2, 25-35: »Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe. Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, / wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, / das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, / und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, – und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.«

Rechts oben ist die Flucht nach Ägypten dargestellt, die bei Matthäus beschrieben wird: Mt 2, 13-15: »Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, siehe, da erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef auf und floh in der Nacht mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.«

Auf dem unteren linken Fenster ist die Begegnung auf dem Kreuzweg zu sehen, rechts die Abnahme Jesu vom Kreuz.

St. Elisabeth

Weiße Steige 16, 73431 Aalen
St. Elisabeth – eine Mehrgenerationenkirche ...

St. Elisabeth ist das jüngste Kirchengebäude der Gemeinde St. Maria. Das Gotteshaus wurde 1976 in Verbindung zum angrenzenden Alten- und Pflegeheim am obersten Rande des Stadtteils Grauleshof gebaut. Die Sonntagsgottesdienste aus der Kirche können über Lautsprecher und TV in die Zimmer des Heimes übertragen werden. So entsteht eine Verbindung zwischen der Gottesdienstgemeinde und den Heimbewohnern. Denn Christus ist auf die Welt gekommen, damit sie das Leben haben und das Leben in Fülle haben.

Dieser Bau verkörpert Innovation und Ideenreichtum. Denn er ist nicht nur architektonisch gelungen, sondern dient in seiner funktionalen Bauweise dem Gemeindeleben sowie verschiedenen externen Gruppierungen. So lässt sich beispielsweise vom eigentlichen Kirchenraum mit Schiebewänden ein Gemeindesaal abtrennen. Das bietet vielerlei Möglichkeiten der Begegnung und des Zusammenseins, aus dem sich der Geist einer Gemeinde speist. Diese Räumlichkeiten werden genutzt und bieten Raum für Ministrantengruppen, eine Turngruppe und gelegentliche Chorproben. Das Alten- und Pflegeheim hat ebenfalls die Möglichkeit diese Räume zu nutzen. So ist St. Elisabeth ein Ort der Begegnung verschiedener Generationen, verschiedener Menschen, die auf demselben Weg sind und sich gegenseitig tragen.

Der Kirchenraum ist lichtdurchflutet strahlt eine positive lebensbejahende Kraft auf die Menschen aus. Wer zur stillen Andacht oder und zum Gebet kommt, kann aufatmen und Lasten und Trauer bei Gott ablegen.

St. Augustinus

Langertstraße 116, 73431 Aalen
St. Augustinus – eine Kirche aus dem Baukasten der Diözese

Die Kirche St. Augustinus ist ein Stück diözesane Heimat- und Kunstgeschichte. Denn die ab 1963 errichteten Fertigbaukirchen, zu denen auch die hiesige Augustinuskirche gehört, zeichneten sich zu Bauzeiten dadurch aus, dass sie schnell aufgebaut werden konnten und kostengünstig waren. Zunächst sind sie aus der Not geboren, um Räume für die vielen Heimatvertriebenen zu schaffen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland lebten. Doch jede Kirche bekommt durch ihre Gläubigen und die Menschen, die ihr Glaubensleben hineintragen, eine Prägung und eine individuelle Ausgestaltung des Raumes.

Über das ganze Gebiet der Diözese Rottenburg-Stuttgart können rund hundert Kirchen dieser Art gezählt werden. Meistens stehen sie an unscheinbaren Plätzen, am Rande von Wohnvierteln, in meist protestantisch geprägten Regionen der Diözese. Die einzelnen Kirchen sind in ihren Innenräumen von örtlicher Frömmigkeit geprägt, was den Reiz dieser einzelnen Bauten ausmacht.

Die aalener Augustinuskirche wurde 1970 in der Triumphstadt am Waldrand unterhalb des Aalbäumles gebaut, Architekt war Wilhelm Frank aus Herrenberg bei Tübingen. Er hatte viele Aufträge aus der Diözese für diesen Typus von Kirchen.

»Im Erläuterungsbericht bezieht er sich auf die Nagler-Kirchen [einem zweiten Typus von Fertigbaukirchen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart]: ›Zwar ist das tragende Skelett von beiden Typen der sogenannte Dreigelenkbogen, jedoch mit dem Unterschied, dass er bei den kleineren Kirchen des Herrn Kollegen Nagler aus Holzbindern und bei der Konzeption meines Entwurfes als schlaff bewehrter Stahlbetonbinder zur Ausführung kommt.‹ Die sichtbare Konstruktion wurde als Raumgliederung eingesetzt, alle Oberflächen blieben unbehandelt. Den Prototyp seiner Fertigbaukirche errichtete Frank in Dusslingen (1964). Nach Prüfung und Abnahme durch die Baukommission des Ordinariats wurden ihm zunächst fünf, anschließend sieben weitere Kirchen in Auftrag gegeben. Der Architektenvertrag sah eine einmalige Bezahlung für den Prototyp vor.« Zitiert aus: Dr. Ulrike Plate: Gottesdienst im Baukasten. Kirchen aus Fertigteilen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg (42), 2013, S. 75-81.

Die farbigen Kunstglasfenster der Fertigbaukirche entwarf der aus Unterkochen stammende Georg Sternbacher. Er schuf neben der Verglasung der Augustinuskirche und des ökumenischen Gemeindezentrums Peter und Paul auch andere Verglasungen in der Region, beispielsweise die Fenster im örtlichen Arbeitsamt und im Rathaus Unterkochen.

St. Michael

Hölderlinstraße 13, 73431 Aalen
St. Michael – schlichter Bau im Herzen des Pelzwasens ...

Die Kirche St. Michael wurde 1962 im Stadtteil Pelzwasen errichtet. Durch ihre schlichte, aber klar strukturierte Architektur fügt sie sich sehr gut in die Wohnsiedlung ein. Sie ist erst auf den zweiten Blick als Kirche erkennbar. Damit trifft sie eine wichtige theologische Aussage, die Karl Rahner in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts geprägt hat: Das anonyme Christentum. Auch wenn dieser Begriff immer im Diskurs gewesen ist und umstritten, meint dies im Kern: Einen unsichtbaren, aber sehr tiefen Glauben, der die Menschen prägt und sie zu christlichem Handeln motiviert. So ist zwar der Kirchenbau unscheinbarer als eine Burg auf einem Berg, aber der Glaube der Menschen, die sich zu dieser Gottesdienstgemeinde dazuzählen, umso sichtbarer in ihrem täglichen Handeln.
Seit 2006 werden die Räumlichkeiten von der kroatischen Gemeinde genutzt. Es ist eine lebendige muttersprachliche Gemeinde, die im Jahr 2019 ihr fünfzigjähriges Jubiläum feiern konnte. Durch die Verbindung zwischen den verschiedenen Gemeinden besteht ein lebendiges Gemeindeleben, in dem Begegnung mit verschiedenen Menschen ermöglicht wird. Es ist schließlich die Vielfalt, die uns katholisch macht.

Der Gottesdienstraum ist bestuhlt und bietet so auch verschiedene Möglichkeiten der Gestaltung. Er lässt beim Betreten des Raumes ein erhabenes Gefühl aufkommen, das nicht zuletzt daran liegt, dass der Kirchenraum von der rechten Seite her lichtdurchflutet ist. Die Natursteinmauer in der hinteren Wand erdet für den Betrachter das Bild. Ein besonderes Element des Kirchenraumes ist die Darstellung der Mutter Gottes, die mit dem Jesuskind aus Holz geschnitzt ist. Denn die Proportionen dieser Mariendarstellung überraschen: Sie trägt nicht wie üblich einen kleinen Säugling auf dem Arm, sondern ein Kind. Der getragene Jesus ist größer als üblich und das macht diese Darstellung so einmalig.

Auch die Ausgestaltung des Kreuzweges in der Kirche St. Michael ist sehenswert und regt zur Andacht und Einkehr an.

Magdalenenkapelle

Magdalenenweg, 73432 Aalen-Himmlingen
Magdalenenkapelle – schmucke Kapelle aus dem Mittelalter ...

Zaghaft streckt der Turm der Magdalenenkapelle seine Spitze über die Scheunendächer des 130-Seelen Ortes Himmlingen im Quellgebiet des Pflaumbachs. Wie alt die Kapelle wirklich ist, weiß keiner. Urkundlich erwähnt wurde sie bereits 1385 im Gültbuch des Abtes Albrecht Hack aus Ellwangen für das Amt Kochenburg. Der Turm wurde 1723 errichtet. Bis 1976 gehörte Himmlingen zur Pfarrei Unterkochen und kam dann nach Aalen zu St. Maria. Bis heute blieb die tiefe Verbundenheit zu den Unterkochenern bestehen. Im Mai wandern die Gläubigen bei zwei Bittgängen vom Pelzwasen und von Unterkochen aus zum Gottesdienst in die Magdalenenkapelle.

Nach langer Zeit ohne Renovierung war die Kapelle arg heruntergekommen. Ab 1983 renovierten sie die Himmlinger Bürger zwei Jahre lang in ihrer Freizeit unter fachkundiger Beratung. Die handbehauenen Steinplatten des Bodens wurden einzeln herausgenommen und neu verlegt, der mindestens 200 Jahre alte Altar wurde zerlegt und Stück für Stück von überflüssiger Farbe befreit.

Am 15. September 1985 war es dann so weit: Domkapitular Herbert Bour und Dekan Baumann feierten mit den Himmlingern die Wiedereinweihung der Magdalenenkapelle.
Neun Jahre später: Am 18. September 1994 wurde zu guter Letzt auch die neue Glocke mit dem Namen
Hl. Magdalena geweiht.

Beim Betreten der Kapelle fällt der Blick sofort auf den Hauptaltar. Die Mittelfigur des Tryptichons stellt Maria Magdalena, eine der Jüngerinnen Jesu, mit Salbgefäß dar (spätgotisch). Ihr Gedenktag wurde 2016 durch ein Dekret von Papst Franziskus zum Fest erhoben, wodurch sie liturgisch den Aposteln gleichgestellt wurde. Die Heilige Magdalena wird angerufen, wenn Gewitter droht oder wenn Ungeziefer das Haus befällt.

Auf den Seitenbildern des Trytichons stehen der Heilige Patrizius (spätgotisch) – als Viehheiliger verehrt – und der Heilige Nikolaus, der im Raum Aalen häufig verehrt wird. Dieses Altarbild ist von der Frömmigkeit der Menschen geprägt und zeigt den tief verwurzelten Glauben und das Vertrauen darauf, dass Gott an der Seite der Menschen ist.

An der linken Seitenwand steht eine Figur Papst Leos IX (1049–1054). 

KIRCHENGEMEINDERAT ST. MARIA

 

Die Gemeinde St. Maria wird durch den ehrenamtlich tätigen Kirchen­gemeinde­rat (KGR) vertreten. Als Pastoralrat hat dieser die Aufgabe, das Leben der Kirchengemeinde zu prägen und zu entwickeln. Als Katholikenrat vertritt der KGR die Katholiken der Gemeinde in der Öffentlichkeit und als Kirchensteuerrat trägt er die Verantwortung für die sach- und fachgerechte Verwendung der Finanzen der Kirchengemeinde.

In der Legislaturperiode 2020 bis 2025 besteht der KGR aus 16 gewählten Mitgliedern, Vorsitzender kraft Amtes ist Pfarrer Wolfgang Sedlmeier, Gewählter Vorsitzender ist Wolfgang Reichhardt, die Stellvertretung haben Bernd Kinzel und Ingrid Bihr inne, als Schriftführer wurden Birgit Enenkel, Elisabeth Gruber-Petasch und Paula Mundus gewählt. Diakon Michael Junge ist sowohl Pastoraler Ansprechpartner der Gemeinde als auch des Kirchengemeinderats.

Öffentliche Kirchengemeinderatssitzungen finden in der Regel einmal monatlich statt. 

 Wenn Sie Anliegen haben, die die Gemeinde betreffen, dürfen Sie sich gern an eines der Kirchengemeinderatsmitglieder oder an das Pfarrbüro wenden.