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In diesen Tagen war Abgabeschluss für die Kirchengemeinden der Diözese. Jede Gemeinde sollte über ihre Wunschpartner für die neu entstehenden Seelsorgeräume diskutieren und dann das Resultat bis Anfang Mai der Dekanatsleitung mitteilen. Der Dekanatsrat hat jetzt die Aufgabe, aus den vielen Einzelwünschen ein für den Ostalbkreis stimmiges Konzept zu erstellen und dieses zu beschließen. Vor der Sommerpause soll dieses dann der Diözesanleitung mitgeteilt werden. Diese wird die Vorschläge überarbeiten und dann dem Diözesanrat im November zur Diskussion und zum Beschluss vorlegen. Im Dezember will der Bischof das neue Strukturkonzept unterzeichnen, und im Januar soll es in Kraft treten. Aus 105 Gemeinden und 25 Seelsorgeeinheiten sollen dann
5 – 8 neue Kirchengemeinden werden. Aus der Sicht unserer Kirchengemeinden Bonifatius, Salvator und Maria scheint die Sache klar. Wir wünschen uns, dass die neue Kirchengemeinde aus den katholischen Gemeinden der Stadt Aalen sowie Oberkochen, Essingen und Hüttlingen besteht. Andere Gemeinden haben bei dieser Idee allerdings Sorge, dass diese Struktur eine Stärkung des Zentrums zu Lasten der kleineren Gemeinden außerhalb bedeuten würde. Schauen wir, was wird.
Bei der Diskussion im Diözesanrat im November 2025 wurde von der Diözesanleitung vorgebracht, dass die Neugliederung aus finanziellen, verwaltungstechnischen und personellen Gründen alternativlos sei. Der Dekan von Freudenstadt, Anton Bock, sagte daraufhin, dass dies der pastorale Tod der Gemeinden bedeuten würde. Man müsse nur in die Diözese Freiburg schauen, die in der radikalen Neuorganisation vorangegangen war. Daraufhin befragte man den Beobachter des
Diözesanrats Freiburg, Hermann Schwörer, wie es denn stehe mit der Pastoral in seiner Diözese. Er sagte, dass er sich kein Urteil für die ganze Diözese anmaßen könne, aber in seiner Region, dem Hegau, sei die Kirche höchst lebendig. Es sei nicht mehr wie früher, wo alles klar war mit den Gottesdiensten und den Abläufen, aber allerorten seien nun neue Initiativen und Gruppierungen entstanden, die im Rahmen der Kirche aktiv würden: spirituell, liturgisch, sozial und katechetisch.
Ich selbst durfte erleben, wie bei uns in Aalen immer wieder nicht nur neue Ideen geboren wurden, sondern Gemeindemitglieder sich ins Zeug legten, um diese umzusetzen. Wie schön, dass der Geist Gottes braust! Natürlich wird es Probleme geben, Irritationen, Umwege und Frustration, aber eben auch Lebendigkeit, Erfrischendes, Tröstendes, Gemeinschaft und Gottesbegegnung. Leben in all seinen Facetten eben.
Kein Grund also, den Untergang zu fürchten, denn der HERR ist ja mit uns.


Das meint Ihr
Pfarrer Wolfgang Sedlmeier