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Diese fünf Gedanken stammen von Mahatma Gandhi aus Indien:
„Ich will bei der Wahrheit bleiben.
Ich will mich keiner Ungerechtigkeit beugen.
Ich will frei sein von Furcht.
Ich will keine Gewalt anwenden.
Ich will in jedem zuerst das Gute sehen.“
Diese einfachen Worte können uns auch heute durch unseren ganz normalen Alltag begleiten. Sie sprechen nicht nur von großen Fragen des Lebens. Sie beginnen dort, wo wir jeden Tag stehen: in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde und in unseren persönlichen Begegnungen.
Bei der Wahrheit bleiben bedeutet, ehrlich miteinander umzugehen. Manchmal ist die Wahrheit nicht einfach auszusprechen. Trotzdem schafft Ehrlichkeit Vertrauen und macht Beziehungen stark. Auch ein ehrliches Wort, das mit Liebe gesagt wird, kann ein Zeichen von Respekt sein.
Mich keiner Ungerechtigkeit beugen kann im Alltag ganz klein beginnen. Wenn jemand ungerecht behandelt wird, können wir aufmerksam sein, zuhören und ihm beistehen. Manchmal genügt schon der Mut, nicht einfach wegzuschauen.
Frei sein von Furcht: Jeder Mensch kennt Sorgen und Ängste. Wir können nicht alle Schwierigkeiten verhindern. Aber wir können lernen, ihnen mit Vertrauen zu begegnen. Als Christen dürfen wir darauf vertrauen: Gott lässt uns auch in schwierigen Zeiten nicht allein.
Keine Gewalt anwenden: Gewalt beginnt nicht erst mit körperlicher Auseinandersetzung. Auch Worte können verletzen. Ein scharfer Satz, eine abwertende Bemerkung oder ein vorschnelles Urteil können einen Menschen tief treffen. Deshalb können wir jeden Tag neu entscheiden: Ich möchte mit meinen Worten Frieden schaffen.
In jedem zuerst das Gute sehen: Das ist vielleicht die größte Herausforderung – und zugleich ein schöner Weg. Wir sehen bei anderen oft zuerst das, was uns stört. Aber jeder Mensch hat auch gute Seiten, Begabungen und eine eigene Geschichte. Wenn wir versuchen, zuerst das Gute zu sehen, verändert sich unser Blick – und damit auch unsere Begegnungen.
Diese fünf Vorsätze verlangen keine großen Taten. Sie können mitten in unserem Alltag gelebt werden: ein ehrliches Wort, ein mutiger Schritt, ein geduldiger Moment, eine friedliche Antwort und ein wohlwollender Blick.
Vielleicht nehmen wir uns heute einen dieser fünf Vorsätze besonders zu Herzen. Denn eine gute Welt beginnt nicht irgendwo weit weg. Sie beginnt bei mir – bei meinem Denken, meinen Worten und meinem Verhalten gegenüber dem Menschen, der mir heute begegnet.


Pfarrer Prakash

Foto: Adobe Stock