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Zum Gedenktag der hl. Elisabeth von Thüringen am 19. November

Advent heißt Ankunft. Gemeint ist die Ankunft des Herrn. Der Advent sagt: Gott kommt. Er schaut dabei auf das erste Kommen des Gottessohnes zu uns Menschen, das wir an Weihnachten feiern werden.
Zugleich lenkt die Adventszeit hin auf die Erwartung der Ankunft Christi am Ende der Zeiten, auf sein Kommen. Indem wir uns auf die Feier der Menschwerdung des Herrn vorbereiten, schauen wir in der Liturgie des Advents auf sein endzeitliches Kommen. Dieses Erwarten ist kein Abwarten. Die Bitte, die wir im Tagesgebet des ersten Adventssonntags an Gott richten, zeigt das sehr deutlich: „Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit Christus entgegengehen und uns durch Taten der Liebe auf seine Ankunft vorbereiten“.
Der Advent mit seiner doppelten Prägung und Ausrichtung lädt schon deshalb zur Besinnung ein, weil er auf unser Leben, auf unsere Situation verweist. Von Geschlecht zu Geschlecht ist der Herr unsere Zuflucht. Er steht am Anfang und am Ende unseres Weges und führt uns vor Augen, dass unsere ganze Existenz, unsere christliche Existenz, ja das Leben im Allgemeinen immer in Erwartung auf Gottes Ankunft ist. Sein Advent hat die Welt unwiderruflich verändert und wird sie weiterhin verändern – allen unseren gegenteiligen Wahrnehmungen von Unglück, Not, Pandemie, Krieg und Tod zum Trotz.
Unser Leben selbst ist ein Advent, eine Zeit der Erwartung. Den Advent dieses Jahres wird es nur einmal geben. Nur einmal in der Geschichte Gottes mit uns Menschen, nur einmal in unserem Leben. Darum ist der Advent „kostbar“. Die Besinnung auf das, was er uns sagt, schenkt Zuversicht. Sicher ist dies: Der Herr wird das Begonnene vollenden. SEIN sind Zeit und Ewigkeit.


Diakon Thomas Bieg

Bild: Pixabay