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Rund 130 Menschen kamen am Mittwoch, 22. Juli, ins Salvatorheim, um Pfarrer Wolfgang Sedlmeier zum Abschied noch einmal ganz persönlich zu erleben. Martin Kronberger moderierte souverän und sang zum Auftakt mit Gitarre „My Way“ von Frank Sinatra, begleitet von Moni Hirschle am Klavier. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam „Heute hier, morgen dort“.
Wolfgang Sedlmeier antwortete ausführlich, ehrlich und ohne Floskeln. Er erzählte von seinem Abschied aus Paris, seiner Versetzung nach Aalen und den schwierigen Anfängen. Die Auseinandersetzung um die Profanierung der Augustinuskirche und der Konflikt mit dem Kirchengemeinderat von St. Maria prägten sein erstes Jahr. „Fünf Zweite Vorsitzende in einem Jahr“ – ein trauriger Rekord seiner Amtszeit. Selbstkritisch sprach er auch über eigene Fehler, Konflikte und Verletzungen, die er Menschen zugefügt habe. Vor seinem Weggang würde er gerne noch das eine oder andere aussöhnen, bedauerte aber, dass dies nicht überall möglich sein werde. Gleichzeitig blickte er mit großer Dankbarkeit zurück: auf gewachsene Beziehungen, gemeinsam gefeierte Gottesdienste, das engagierte Team und die Ehrenamtlichen. Besonders dankte er den Sekretärinnen, ohne die er angesichts seiner eigenen Unorganisiertheit wohl kaum ausgekommen wäre. Auch der Gemeinde sprach er seinen Dank aus: Halb ernst, halb augenzwinkernd meinte er, seine Erfahrungen in Frankreich hätten ihn die Sicherheit des deutschen Kirchensteuersystems schätzen lassen: „Nicht Sie müssen Ihrem Pfarrer danken, sondern ich als Pfarrer muss mich bei Ihnen bedanken!“ Auf die Frage, ob er wieder Priester werden würde, antwortete er klar mit Ja. Jungen Menschen, die diesen Weg erwägen, riet er, sich zu fragen, ob etwas „Irrationales“ in diesem Wunsch liege – denn das brauche es für die Herausforderungen, die kommen werden, das sei ja in einer Ehe nicht anders. Und wie passt der fromme Priester am Altar mit dem Kollegen zusammen, der sich für keinen albernen Sketch zu schade ist? Sedlmeier: Er sei eben Oberschwabe und „barockdurchtränkt“. Glaube und Lebensfreude, Ernst und Humor gehören zusammen.
Für Publikumsfragen blieb nach 53 Fragen gegen 22 Uhr keine Zeit mehr. Den Abend beschloss ein gemeinsames Gebet. „Bei mir geht niemand, ohne dass wir miteinander gebetet haben.“ Ein passender Abschluss für einen persönlichen Abend zum Abschied.


Maria Eßeling / Fotos: Brigitte Dobler