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Wohnsitzlose Menschen stehen normalerweise nicht so sehr im Fokus. Ganz anders war es bei der traditionellen Feldandacht des Frauentreffs der St. Stephanus-Gemeinde Wasseralfingen. Die rund 60 Teilnehmenden spendeten, wie es üblich ist. Als ihnen gesagt wurde, das Opfer sei für die Arbeit des Freundeskreises für Wohnsitzlose in Aalen, griffen einige Großzügige nochmal etwas tiefer in ihre Geldbörse. 300 Euro kamen auf diese Weise zusammen, ein stattlicher Betrag, mit dem sich allerhand Gutes tun lässt.
Der Freundeskreis für Wohnsitzlose unterstützt mit den Spenden und mit personalem Engagement die Arbeit der Wohnsitzlosenhilfe der Caritas und der Stadt, aber auch einzelne Menschen, die in die Wohnsitzlosigkeit geraten sind. Zuzahlungen für Heilbehandlungen und Medikamente sind ein großer Ausgabenposten des Freundeskreises, und das Geld wird gerne bezahlt. Viele der betroffenen Menschen würden sich eher mit ihrer Krankheit herumschlagen als das Geld für Arzt bzw. Medikamente zu entrichten. Wenn nicht so viel Geld zur Verfügung steht, muss man sich schon manches Mal entscheiden, ob man lieber etwas isst, trinkt oder raucht, oder ob man sich um seine Gesundheit kümmern kann.
Ebenso werden die Kosten für die 14-tägig stattfindende Suppenküche vom Freundeskreis übernommen. Hier bekommen die Menschen mit geringen finanziellen Mitteln die Möglichkeit, sich nicht nur satt zu essen, sondern es besteht auch Gelegenheit zu Begegnung und Gesprächen.
Der Freundeskreis unterhält überdies zwei Häuser, in denen eine fünfköpfige Männer-WG bzw. eine gemischte WG aus 2 Männern und 2 Frauen wohnen. Die Mieterinnen und Mieter kommen aus der Wohnsitzlosenhilfe und haben sich in ihrer Entwicklung so erfolgreich gezeigt, dass sie in den Wohngemeinschaften wieder mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen können.
Gelegentlich finden Freizeitunternehmungen statt (wie zum Beispiel im Sommer ein Besuch bei der Landesgartenschau in Ellwangen), die von Mitgliedern des Freundeskreises organisiert und über Spenden für den Freundeskreis finanziert werden.
Besonders wichtig ist es zum Beispiel bei einer Gelegenheit wie der Feldandacht, dass man sich bewusst machen kann, dass es bei uns, direkt vor der Haustüre Menschen gibt, denen es nicht so gut geht, für die vieles nicht so selbstverständlich ist. Und ebenso wichtig ist es, die wohnsitzlosen Menschen nicht zu verurteilen, sondern ihnen mit Würde zu begegnen. „Nichts zu essen zu haben ist manchmal gar nicht so schlimm, das kann man schon aushalten,“ sagte kürzlich in einem Gespräch ein Mann aus der Wohnsitzlosenhilfe, „aber wenn die Menschen einen verachten und auf einen herabschauen, als wäre man Abfall, das tut schon weh.“
Oft sind es Schicksalsschläge wie Trennung, Krankheit oder Jobverlust, die Menschen irgendwann aus der Bahn werfen. In vielen Fällen starten die Leute schon unter denkbar ungünstigen Voraussetzungen ins Leben. Aus Faulheit oder aus einer Laune heraus landen aber wohl die wenigsten von ihnen auf der Straße.
Bei herrlichem Sonnenschein, Kaffee und leckerem, selbstgebackenen Apfelkuchen übergab Margot Kadow, Mitglied des Frauentreffs, die üppige Spende an den Vorsitzenden des Freundeskreises Martin Kronberger.
Vergelt´s Gott an alle Spenderinnen und Spender!


Martin Kronberger / Foto: Privat