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Ausgehend von den sozialpolitischen Standpunkten des Propheten Amos erläuterte die Theologin Herma Geiß die Arbeit für einen globalen Schuldenerlass. Außerparlamentarische Organisationen und Gruppierungen wie etwa „attac“ und „Caritas International“ werden mit Petitionen, Gutachten und Unterschriftenlisten bei den politisch Verantwortlichen vorstellig. Das Ziel ist eine gerechtere Verteilung des weltweiten Vermögens und ein verstärkter Schuldenerlass für ärmere Länder, die keine Mittel mehr für die Grundversorgung ihrer Bevölkerung haben. Letztlich, so die engagierte Theologin, geht es um eine Verzichtsethik. Die wohlhabenden Staaten sowie private Gläubiger sollen freiwillig ihre Regressansprüche zumindest aussetzen, um denen, die nichts haben, eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Ein Modell kann sein, dass sich der Schuldendienst dieser ärmeren Staaten an ihrem wirtschaftlichen Aufschwung orientiert. Frau Geiß ist sich im Klaren, dass diese unpopulären Themen zu allen Zeiten von der „Tagespolitik“ überlagert werden. Andererseits sind die ungerechte Vermögensverteilung und die Armut in vielen Gesellschaften dieser Welt eine der Hauptursachen für Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen.

Wolfgang Fimpel / Foto: Maria Eßeling