Sie sind gute Geister, die Helferinnen und Helfer der Organisierten Nachbarschaftshilfe (NBH). Sie leisten Gesellschaft, helfen im Haushalt, beim Einkauf, begleiten zu Terminen. Sie ermöglichen es, dass Menschen lange selbstbestimmt in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Ein unbezahlbarer Dienst für Klienten und die Gesellschaft.
In Aalen gibt es die Organisierte Nachbarschaftshilfe (NBH) der katholischen Kirche seit 1985. Ein Grund zu feiern, zumal die drei NBH St. Maria, Salvator und St. Bonifatius vor der Fusion stehen. 40 Jahre NBH, Zeit zurückzublicken und Danke zu sagen.
Das taten die Einsatzleiterinnen Dorothea Kienle (Salvator und St. Bonifatius) und Birgit Simon (St. Maria) am Freitagabend in der Marienkirche, und sie erinnerten dabei auch an die Frauen der ersten Stunde, von denen Lilo Ackermann anwesend war.
Pfarrer Wolfgang Sedlmeier sprach von der Zeit als einer Kostbarkeit. Helferinnen und Helfer schenkten diese Kostbarkeit jenen, die einsam seien oder eingeschränkt in ihrer Mobilität. Es brauche Einfühlungsvermögen, Respekt, Diskretion auf der einen, und die Fähigkeit, diese Hilfe zuzulassen, auf der anderen Seite. In Aalen sei dies der NBH so gut gelungen, dass sie stetig gewachsen sei, dankte er.
Für Oberbürgermeister Frederick Brütting ist die NBH unverzichtbar für Aalen. Mitmenschlichkeit, ein soziales, solidarisches Miteinander zeichne diese aus. Stadt, das sei eine Vielzahl von Nachbarschaften, diese seien Keimzelle einer Gemeinschaft. Oft bedürfe es auch einer organisierten Nachbarschaftshilfe. „Das alles am Laufen zu halten, ist eine große Aufgabe. Es bedarf Fingerspitzengefühl und Beziehungsmanagement. Ihnen gelingt dies in vorbildlicher Weise“, sagte er. Christliche Werte seien eine gute Basis, alles zu meistern. „Die Stadt ist stolz auf dieses Ehrenamt, das einen großen Beitrag für ein lebenswertes Aalen leistet“, sagte der OB. Die Arbeit dort sei der erfolgreiche Gegenentwurf zu „Egoismus und einer Welt des Stärkeren und damit eine Inspiration“.
Kreis-Sozialdezernentin Julia Urtel nannte die Organisierte Nachbarschaftshilfe „ein starkes Netzwerk“. In Zahlen für 2024 bedeutet dies: 344 Helferinnen und Helfer; 455 Menschen, die begleitet werden: Senioren, aber auch Familien; 46.350 geleistete Einsatzstunden und zudem 9479 ehrenamtliche Stunden für Austausch und Fortbildungen. „Die Nachbarschaftshilfe sticht heraus durch ihre Haltung: hinzuschauen, wo es nötig ist, und zu helfen. Nähe zu schaffen, wo Distanz droht. Unterstützung zu bieten, wo Menschen an ihre Grenzen gelangen“, dankte Urtel.
Anita Glass, Vorstandsvorsitzende des NBH-Dachverbandes „Zukunft Familie“ sagte, die Aalener Einrichtung sei Vorbild für alle Nachbarschaftshilfen und Blaupause, wie dieses Konzept gelinge. Sie sei die größte Einrichtung ihrer Art in der Diözese und sie wachse weiter. Das sei nicht selbstverständlich. Diese Erfolgsgeschichte sei den Leiterinnen und den Ehrenamtlichen zu verdanken. „Sie alle erfüllen die Nachbarschaftshilfe als gelebte Solidarität mit Wärme, Durchhaltevermögen und Herzlichkeit, sie meistern alle Schwierigkeiten mit Bravour“, dankte sie.
Dorothea Kienle und Birgit Simon führten charmant und eloquent durch die Feier, die von Wertschätzung geprägt war, und sie rückten dabei stets ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter in den Vordergrund. Diese belohnten sie mit warmen Worten, Dank und süßen Lebkuchenherzen.
Mit Stimme, Gitarre und fünf Hits aus vier Jahrzehnten brachte Jugendreferent Martin Kronberger beste Laune in die Marienkirche.
Staunen ließ der 15-jährige Fabian Hirschmann mit Beiträgen am Marimbaphon. Gefeiert wurde danach noch im Gemeindehaus.
Martin Simon / Fotos: Alexandra Kaltenberger










