Seit Jahren mussten wir erleben, dass eine Stelle nach der anderen in unseren Gemeinden gestrichen wurde. Auf meine Nachfrage erklärte mir der ehemalige Personalchef der Diözese, Paul Hildebrandt, dass die Gemeinden nicht in der Lage seien, Fernstehende für den Glauben zu gewinnen, deshalb müsse die Diözese neue Wege gehen. Seither wurden immer neue Projektstellen außerhalb der Gemeindepastoral geschaffen, die großzügig besetzt wurden. (Von 12 neuen pastoralen Mitarbeitern, die ihre Ausbildung im letzten Jahr beendet haben, ging ein einziger in den Gemeindedienst, alle anderen in Projekt- und Stabsstellen.)
Ein weiteres Problem ist natürlich, dass sich viel zu wenige für diese Berufe interessieren und die Zahl derer, die in Ruhestand gehen, die Zahl der Berufsanfänger bei weitem übersteigt. (Dies gilt für alle Berufsgruppen.) Dennoch meinte jüngst die derzeitige Personalchefin, Frau Regina Seneca, dass wir in Personaldingen gut aufgestellt seien. Meines Erachtens ist man in der Leitungsebene nicht mehr bereit zu realisieren, in welcher Not die Gemeinden stecken. Andere Diözesen entwickelten in den letzten Jahren dagegen Modelle, QuereinsteigerInnen den Eintritt in den pastoralen Dienst zu ermöglichen. Motivierte konnten so praxisbegleitet eine Qualifikation erwerben, die ihnen den Weg in das Hauptamt ermöglichte. Genau dies wollte der Gesamt-KGR bei uns durch die Schaffung einer eigenfinanzierten Stelle Familienreferentin erreichen. Doch hierfür verweigerte die oben genannte Leiterin die Genehmigung. Ein zermürbender Hickhack begann.
Schlussendlich bekamen wir dann Ende Juli überraschend die Genehmigung, dass unsere seit 1,5 Jahren unbesetzte Gemeindereferentinnenstelle auf 3 Jahre mit einer Familienreferentin besetzt werden könne. Sollte in dieser Zeit eine sozial- oder religionspädagogische Qualifizierung stattfinden, so könne die Stelle auch in eine unbefristete umgewandelt werden. Endlich wenigstens das! Nun war schnelles Handeln geboten. Drei Wochen wurde die Stelle ausgeschrieben, und Gott sei Dank fand sich in Maria Eßeling eine auf vielfache Weise vernetze und erfahrene Bewerberin, die vielen in der Gemeinde bereits durch die Leitung der Erstkommunionskatechese in St. Maria bekannt war. Nach der Vorstellung in einem Auswahlgremium und im Gesamt-KGR konnte sie nun rückwirkend zum 15. September zu 50% bei uns eingestellt werden. Ihr Schwerpunkt wird natürlich die Arbeit mit Eltern und Kindern sein. Auf eigenen Wunsch hin wird sie auch in der Ökumene Verantwortung übernehmen.
Ein langgehegter Wunsch der Gremien wird somit erfüllt, dass die Familienarbeit in unseren Gemeinden gestärkt wird. Bei den Bewerbungsgesprächen wurde klar, dass Frau Eßeling voll Energie, Enthusiasmus und hochmotiviert ihre neuen Aufgaben angehen wird. Möge sie offene Arme und Herzen erleben, so dass der Glaube in vielen Familien eine neue Chance erhält. Gottes Segen wünschen ihr die Kollegen vom Pastoralteam und ganz viele aus den Gemeinden.
Offiziell wird Frau Eßeling beim Gottesdienst am 15. Oktober 2023 in der Salvatorkirche in ihr Amt eingesetzt. Anschließend gibt es noch die Gelegenheit mit ihr bei einem kleinen Umtrunk ins Gespräch zu kommen.
Pfarrer Wolfgang Sedlmeier
Mit Freude darf ich mich hier vorstellen als die neue Familienreferentin für die Seelsorgeeinheit! Mein Name ist Maria Eßeling, ich bin Physikerin, 43 Jahre alt, mein Mann und ich haben vier Kinder. Wir sind kein Aalener Urgestein (ich bin in Bamberg aufgewachsen), haben aber doch in den letzten 14 Jahren verzweigt Wurzeln geschlagen in der Stadt und in den Gemeinden vor Ort.
Kirchenchor, KGR, Frauenbund, Erstkommunionkatechese, Familienkreis, Förderteam,… Mit so vielen Menschen durfte ich schon Gottesdienst und Gemeinschaft feiern, Glauben ins Heute übersetzen, diskutieren und miteinander auf dem Weg sein. Seit ich denken kann, sind Glaube und Kirche Teil meines Lebens – das Leben als Christin ist für mich zutiefst sinnvoll und erfüllend. Mit der Geburt unserer Kinder stellten wir neu die Frage nach dem „Woher und Wohin?“ und nach der Glaubensweitergabe. Bei vielen Familien entdecke ich auch diese Fragen und Neugier auf Glaube – wie schön, dass das jetzt mein Beruf werden darf: mit anderen, besonders mit Familien, auf die Suche nach Gotteserfahrungen gehen!
Kirchengemeinderäte und Pastoralteam haben sehr beharrlich dafür gekämpft, dass diese Stelle jetzt besetzt werden kann – danke für Ihr Zutrauen! Ich bin weder Theologin noch Pädagogin, eigentlich Mindestvoraussetzung für diese Aufgabe. Daher werde ich parallel zu meiner Arbeit Angewandte Theologie studieren.
Ich freue mich auf beides: Lernen und mit Menschen im Glauben unterwegs sein. Gerne viel musikalisch, auch öfter ökumenisch. Ich freue mich auf die vielen Begegnungen mit Unbekannten und Vertrauten, auf Gemeinsamkeit und Auseinandersetzung, auf das Auf-der-Suche-Bleiben mit Ihnen und euch allen!
Maria Eßeling



