„Mit allen Sinnen“ war das Motto unserer diesjährigen Seniorenfreizeit „Urlaub ohne Koffer“. 22 Männer und Frauen im Alter zwischen unter 70 und über 90 trafen sich von 10. bis 14. Juli täglich auf der Kolpinghütte. Dort erwartete sie ein abwechslungsreiches, buntes Programm, und alles drehte sich um das Thema „Sinne“:
Ums Hören ging es bei der Schlagerparade mit Martin Kronberger, bei der die TeilnehmerInnen allerhand über die Geschichte des Schlagers erfuhren. Natürlich durften auch ein paar praktische Kostproben à la „Marmor, Stein und Eisen bricht“, „Ein bisschen Frieden“ oder „Das bisschen Haushalt“ nicht fehlen.
In Dorothea Müllers Fühlkino waren zunächst unterschiedliche Gegenstände zu ertasten, anschließend durfte man unterschiedliche Gerüche in kleinen Döschen erriechen. Spannend, wie Wahrnehmung funktioniert, wenn man sich nicht auf das Augenlicht verlassen kann.
Bei der „Aalener Wochenschau“ (Sammlung auf DVD) kamen tatsächlich Erinnerungen an Personen und Ereignisse der 50-er Jahre auf. Leider war niemand der Anwesenden auf den Bildern auszumachen.
Das Tanzbein schwangen die SeniorInnen auf der wunderschönen Terrasse sitzend oder stehend mit Wolfgang Fimpel, und einer der Urlauber, Wolfgang Braun, spielte unter großem Applaus dazu mit seiner Fidel auf.
Bei herrlichem Sonnenschein feierten wir einen ökumenischen Gottesdienst im Freien, zu dem Pfarrer Sedlmeier und Dekan Drescher extra den Berg zur Kolpinghütte hinauf erklommen hatten. Lilo Ackermann und ihre Veeh-Harfen-Gruppe gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit ihren zauberhaften Klängen. Johannes Müller, der das Programm des Urlaubs ohne Koffer seit 1989 mitverantwortet hatte, wurde von Dekan Drescher mit großem Dank feierlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Wie leicht sich unser Gehirn sehenden Auges von optischen Täuschungen hinters Licht führen lässt, erlebten wir bei unserem Ausflug in „Lingelbachs Scheune“ in Leinroden. Optische Phänomene begeisterten und brachten uns zum Stutzen und Schmunzeln.
Bibel erleben mal anders: Beim Bibliolog mit Christine Krauth begaben wir uns auf eine Reise mit dem verlorenen Sohn durch dessen wechselvolle Gefühle, bis wir erleichtert zum barmherzigen Vater zurückkehren durften.
Brigitte Grunwald von der evangelischen Kirchengemeinde wollte ursprünglich nur mal einen Tag schnuppern, ehe sie sich im nächsten Jahr auch in das Team von „Urlaub ohne Koffer“ einbringen wollte. Tatsächlich gefiel es ihr aber so gut, dass sie gleich die ganze Woche blieb und überall Hand anlegte, wo Hilfe gebraucht wurde. Mit amüsanten Arztgeschichten brachte sie die Gruppe am Freitagvormittag zum Schmunzeln.
Mit dem Geschmackssinn beschäftigten wir uns mehrmals täglich, denn Brigitte Schwenk und ihre Küchenfeen zauberten mehrmals täglich das leckerste Essen auf den Tisch. Und abgesehen von lecker genossen es viele der Teilnehmenden, mal wieder in Gesellschaft zu essen.
Diakon Jürgen Schnotz, der im Vorfeld zusammen mit Karin Specht von der KEB alles Wichtige organisiert hatte, packte immer wieder die Gitarre aus, um mit den Leuten zu singen. Faszinierend, über welches Repertoire die Mehrheit der Teilnehmenden verfügen, viele Lieder sogar strophenlang auswendig!
Pfarrer Richter genoss es, noch einmal als Mitorganisator bei „Urlaub ohne Koffer“ dabei sein zu dürfen und dankte allen, die zum Gelingen dieser schönen Sache beigetragen haben.
Martin Kronberger
Fotos: Jürgen Schnotz





