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Einen schönen Abend hat uns am Montagabend Pfarrer Dominique geschenkt. Er hatte uns eingeladen, damit wir ihn und sein Heimatland Elfenbeinküste besser kennenlernen können. Seine Einladung schlug voll ein, und so war der große Saal des Salvatorheims bis auf den letzten Platz gefüllt. Und dann ging‘s auf zu einer Entdeckungsreise. In einem Streifzug durch Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur brachte Dominique uns sein Land nahe. Ende des 19. Jh. wurde es französische Kolonie und erlangte 1962 seine Unabhängigkeit. Da auf dem Staatsgebiet fast 60 Sprachen gesprochen werden, hat sich Französisch als gemeinsame Sprache durchgesetzt. Das Land ist durch den Anbau von Kakao, Palmöl, Kaffee und Kautschuk relativ wohlhabend. Die verschiedenen Religionen (42% Muslime, 32% Christen und 26% sonstige) leben friedlich miteinander. Der große Bürgerkrieg von 1999-2011, der dem Land sehr schadete, hatte ausschließlich politische Gründe. Im Land besteht für Jungen und Mädchen Schulpflicht. Die Wirtschaft wächst seit dem Ende des Bürgerkrieges mit einer durchschnittlichen Quote von 7,2% pro Jahr. In einem 2. Teil stellte Dominique seine Familie und seine Berufungsgeschichte vor. Als studierter Betriebswirt kam er durch die Begegnung mit einem charismatischen Priester und einem längeren, inneren Ringen zum Entschluss Priester zu werden. Aber durfte er diesen Wunsch überhaupt realisieren, da er doch für die altgewordenen Eltern sorgen musste? Seine Mutter war zudem seit einiger Zeit an den Beinen gelähmt. Als sie wie ein Wunder wieder gehen konnte, war dies für ihn die göttliche Weisung, seinem inneren Ruf zu folgen. Nach seiner Priesterweihe war er dann erst Seelsorger in zwei Gemeinden und wurde dann 2020 von seinem Bischof zur Promotion nach Deutschland geschickt. Doch seit seiner Ankunft steht erst einmal das solide Erlernen der deutschen Sprache an. Bis zum Erreichen des nötigen Abschlusses tut er bei uns in Aalen, wo er seit Anfang 2022 lebt, seinen Dienst. Der Abend mit Dominique endete mit der Präsentation afrikanischer Trachten aus den verschiedenen Landesteilen der Elfenbeinküste. Dazu waren Freunde aus seiner Community gekommen, um diese vorzustellen. Wie bei jedem Defilé der Modebranche in Paris endete auch dieser mit dem Brautkleid. Doch bei uns war die Braut nicht allein. Sie wurde begleitet von Dominique, der das traditionelle Hochzeitsgewand der Männer trug. Im Anschluss wurde noch getanzt, und das Team aus der Elfenbeinküste lud zu afrikanischem Essen ein, bei dem viele staunten, dass dieses auch dem europäischen Gaumen schmeckt. Ein schöner Abend, an dem man an Wissen und Kenntnis reicher nach Hause kommt. Und wer Dominique kennt, weiß, dass auch die Herzen an diesem Abend beschenkt nach Hause gingen.

Wolfgang Sedlmeier