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Ein großer Tag für Aalens Kirchengemeinden im Zeichen der Ökumene

Mit ihrem hellen Klang ermunterte als erste die Heilig-Geist- bzw.Friedensglocke ihre drei großen Töne-Schwestern zum vereinten Crescendo: die Jubilate-, Evangelien- und die Heilig-Kreuz-Glocke. Erstmals also ein vierstimmiges Glockengeläut vom Turm der Heilig-Kreuz-Kirche im Hüttfeld. Ein bedeutsamer Tag zum Auftakt des Jubiläums „150 Jahre Katholische Kirche in Aalen“. Und ein hoffnungsvolles Zeichen der Ökumene in der Stadt.
Denn drei der 1982 gegossenen Glocken sind ein edles Geschenk der evangelischen Kirchengemeinde, auf dass, wie der Initiator Helmut Erhardt erklärte, ihr Klang nach dem Abbruch der Markuskirche im Stadtteil erhalten bleibe.
Die vierte und größte Glocke ist einer großzügigen Spende der Familie Diessner zu verdanken.
Nachdem die Kinder in ihr Domizil neben der Kirche verabschiedet waren, begann der Festgottesdienst unter Mitwirkung der „Neuen Töne“ unter Leitung von Jürgen Nennemann.
An Pfarrerin Caroline Bender gewandt, dankte der aus Unterkochen stammende Gastzelebrant Domkapitular Dr. Uwe Scharfenecker insbesondere der evangelischen Markus-Gemeinde für ihre durch die Glockenspende zum Ausdruck gekommene ökumenische Verbundenheit.
Anhand des Markus-Evangeliums sprach Scharfenecker in seiner Predigt über die Bedeutung von Christi Leiden am Kreuz für die Menschen, das aber auch beglücke, weil es gleichzeitig ein Hoffnungszeichen bis in die Sterbestunde hinein sei. Der Glockenklang mache seit dem 7. Jahrhundert (St. Gallen) auf Gott als Retter aufmerkam.
Mit einer Kuchenspende in Form einer Glocke überbrachte Pfarrerin Bender die Glückwünsche der evangelischen Kirchengemeinde. Und äußerte deren Freude über das neue Glockengeläut als akustische Einladung zu Glaube, Hoffnung und Gebet. Ehe die Gottesdienstbesucher zum Schluss voll Inbrunst in das „Großer Gott wir loben Dich“ einstimmten, dankte Pfarrer Wolfgang Sedlmeier mit dem Initiator Helmut Erhardt allen Spendern und nicht zuletzt der italienischen Gemeinde, denen die Heilig-Kreuz-Kirche zur geistigen Heimat geworden ist.
Ganz ungewöhnlich: wegen des schlechten Wetters fand das anschließende Gemeindefest – mit Bewirtung – in hinteren Teil der Kirche statt.

Text: Erwin Hafner
Bilder: C. Bender / H. Erhardt / B. Dobler