Sie kennen sicher das Sprichwort „Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“
Wir haben hier das Ende unserer Turmsanierung zum Greifen nahe. Und es ist wirklich ein Bauvorhaben, wie ich es selten erlebt habe. Einfach eine Erfolgsgeschichte. Und tatsächlich – es ist ein Ende ohne Schrecken! Zugegeben, zu Beginn der Planung, da war ich noch Gewählter Vorsitzender des KGR, war ich schon skeptisch und besorgt über die vielen Sachverständigengutachten und Probebohrkernentnahmen. Besonders aber auch über die dadurch entstandenen Kosten – ohne dass etwas am Turm gearbeitet wurde.
Im Nachhinein muss ich sagen, es war richtig, so zu handeln. Hier ein Dankeschön an unseren Architekt Herrn Duttlinger, der immer die Übersicht behalten hat und bei den am Bau beteiligten Handwerkern den richtigen Ton getroffen hat, um aus ihnen das ganze Potential abzurufen. Auch ihnen gilt mein herzlicher Dank.
Sie als Leser*in waren in den vergangenen Monaten immer mit den „Kirchlichen Mitteilungen“ über den aktuellen Sanierungsstand am Turm informiert. In der letzten Ausgabe habe ich von der bevorstehenden Öffnung der Befestigung des Turmkreuzes berichtet. Der Flaschner der Firma Stelzer aus Ellwangen hat vorsichtig das Kupferblech entfernt. Jetzt kam der spannendste und vielleicht auch kostentreibende Moment. Tiefes Durchatmen entstand bei allen Beteiligten, als sichtbar wurde, dass das darunterliegende Holz trocken und alle Befestigungen auch nach über 100 Jahren tragfähig sind. Schon deshalb war es ein Ende ohne Schrecken. Jetzt sind wir bald mit der Sanierung fertig. Bei aller Freude unsere Glocken bald wieder zu hören, schwingt da schon etwas Wehmut aber auch Stolz mit, da es mit Sicherheit für alle, die am Bau beteiligt waren, das erste und/oder letzte mal in ihrem Leben war, dass sie das Kreuz auf der Spitze des Turms berühren und ihm nahe sein konnten.
Doch nun – wie geht es weiter? Was ist noch zu tun?
Mit dem Abbau des Gerüstes durch die Bauarbeiter, zunächst bis zur Balustrade, wurde begonnen. Sicher werden Sie als Leser unserer Kirchlichen Mitteilungen den Abbau verfolgen und nach und nach den Turm mit seiner neuen (alten) Farbe strahlen sehen können. Parallel zum Abbau werden gleichzeitig die für die Stabilität des Gerüstes erforderlichen Maueröffnungen wieder fachgerecht verschlossen und farblich angepasst. Im Inneren des Turms werden noch Elektroleitungen und LAN-Kabel verlegt. Jetzt erfolgt noch die Endreinigung im Turm, für die wir noch Helfer aus der Gemeinde benötigen. Dann steht einer Einweihungsfeier (Termin wird noch bekannt gegeben) nichts mehr im Wege. An diesem Tag werden unsere Salvatorglocken nach sechs langen Monaten des Schweigens wieder in ihrer vollen klanglichen Schönheit zu hören sein.
Für unsere Untermieter im Turm – unsere Turmfalken – haben wir auch ein neues Zuhause geschaffen. Es befindet sich ganz oben im Schallladen der Ostseite des Turms. Jetzt liegt es an den Falken, ob ihnen das neue Heim gefällt und sie auch einziehen werden. Warten wir es im Frühjahr ab. Vielleicht können Sie als Falkenfreunde dann das Brutgeschehen aus dem Nistkasten im Internet auf unserer Homepage verfolgen.
Text/Bilder: Helmut Erhardt



