Zu den Priesterjubiläen von Günther Freybler, Hermann Knoblauch und Hansjörg Mangold
Im Gemeindebrief an Pfingsten sind unsere Jubilare schon alle zu Wort gekommen und haben uns geschrieben, was Sie in diesen Tagen ihres goldenen Priesterjubiläums so bewegt. Sie sind Kurskollegen und wurden am 4. Juli 1971 in der Salvatorkirche zu Priestern geweiht. Auch damals war schon eine Zeit der großen Veränderungen in Gesellschaft und Kirche. Deutschland befand sich seit 1969, mit dem politischen Wechsel der sozial-liberalen Regierung, in einem großen Veränderungsprozess: neue Konzepte in der Außenpolitik, Liberalisierung des gesellschaftlichen Lebens, Zuzug von Arbeitskräften und vieles mehr. Und die Kirche war nach dem II. Vatikanischen Konzil auf dem Weg es umzusetzen. Die Frage war: „Wieviel Veränderung ist nötig, möglich und umsetzbar?“ Ich diesem Umbruch haben sich unsere drei Jubilare ihr Leben lang engagiert: Freybler lebte die großen Themen Weltkirche und soziale Gerechtigkeit, Knoblauch und Mangold suchten mit ihren Gemeinden einen gangbaren Weg des Glaubens in einer sich verändernden Gesellschaft. Alle drei blieben durch Krisen, Enttäuschungen und Einsamkeiten ihrem Lebensentwurf treu und durften erleben, dass ihr Projekt „Glauben leben und teilen“ von vielen verstanden und dankbar angenommen wurde. „Weh mir,“ so sagt es einmal Paulus, „wenn ich das Evangelium nicht verkündige.“ 1 Kor 9,16
Ich neige mich in Demut vor meinen Brüdern und danke ihnen für ihr Engagement und ihre Treue zu ihrer Berufung. Schön und erfüllend ist es, in den Tagen des Aufbruchs den Dienst für das Reich Gottes zu tun, größer aber ist es, ihn mit Herzblut zu erfüllen, wenn die Kritik groß ist, die Menschen sich abwenden und vieles, was man weitergeben will, die Menschen nicht erreicht. Deshalb für euren Dienst am Reich Gottes und für den Glauben, die Hoffnung und die Liebe ein großes Dankeschön. Größer sei aber der Dank dessen, für den ihr gelebt habt.
Wolfgang Sedlmeier
Fotos: Privat



