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In der heutigen 2. Lesung des 2. Fastensonntags wendet sich der Apostel Paulus in ganz persönlicher, freundschaftlicher, ja, väterlicher Weise in einem Brief an Timotheus. Er ermutigt und bestärkt ihn darin in seiner Berufung im Amt der Gemeindeleitung und der Verkündigung des Evangeliums. Paulus weiß, wovon er spricht, wenn er seinem Freund schreibt: „Mein Sohn, leide mit mir für das Evangelium!“ Die christlichen (Ur-)Gemeinden waren (damals schon) durch verschiedene Irrlehren bedroht. Judenchristen wollten immer noch Gesetzeslehrer sein und das Evangelium falsch auslegen. Vorschriften und Gesetze waren nur für diejenigen notwendig, die nicht auf den Heiligen Geist hörten und nicht nach ihm leben wollten. Und die Kirche war zu jener Zeit noch schlecht organisiert. In diesen Widerständen und Herausforderungen ermutigt Paulus seinen Freund. Und er schreibt ihm auch: „Gott gibt dazu die Kraft.“
Gottes gnädiges Geschenk offenbart sich in der Erlösung und im Ruf zum christlichen Glauben. Ein Geschenk ohne Gegenleistung, weil es durch nichts verdient ist. Gott, der Vater, hat seinen Weg der Erlösung von jeher geplant: für jeden Menschen und für die gesamte Menschheit.
Christus hat Leiden und Tod ertragen und den Ostersieg für sich und für uns alle errungen. In ihm hat unsere Zukunft bereits begonnen! Und dafür müssen wir leiden!
Bestätigt und bekräftigt wird das Zeugnis der Verkünder der Botschaft Jesu (im heutigen Evangelium von der Verklärung) durch „die Stimme aus der Wolke“, durch Gott selbst: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören!“
Jesus Christus, sein Leben und seine Botschaft, sind Leuchtpunkte der Orientierung, der Hoffnung, des Vertrauens – durch alle Widerwärtigkeiten und Leiden hindurch – damals und heute. Klingt nicht schwer, oder? Aber es bleibt die wichtigste Botschaft für unser Leben.

Pfarrer Vilim Koretic, Kroatenseelsorger
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