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Viel Aufsehen hat das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr des heiligen Josefs in der deutschen Kirche bisher nicht ausgelöst. Nach dem, was wir wissen, trifft dies ja auf Josef, dem irdischen Vater Jesu, insgesamt zu. Im Matthäus- und Lukasevangelium nimmt er eine bescheidene Rolle in der Kindheitsgeschichte Jesu ein. Dann verliert sich seine Spur. Als einen, der sich zurücknehmen kann, oder als einen, der seine Rolle als Beschützer, Sorger und Ernährer findet, so kennen wir ihn. Später wurde er der Patron des guten Tods, weil man annahm, dass Jesus ihn beim Sterben begleitet habe. Oder man betonte, dass er als Zimmermann sein Leben selbst verdient habe, und widmete ihm am 1. Mai ein eigenes Fest: „Josef, der Arbeiter“. In den Repressalien gegen die katholische Kirche in der Bismarckzeit riefen ihn die deutschen Katholiken als Schutzpatron an: „Josef, sieh, von allen Seiten wird die Kirch‘ des Herrn bedroht; Satan und sein Anhang streiten wider Gott und sein Gebot. Blick, o Schutzpatron, hernieder, schirm der Kirche Haupt und Glieder; nimmst du sie in deine Hut, tobt umsonst der Feinde Wut.“ (Gotteslob 906) Jetzt steht am 19. März wieder sein Namenstag an, und zurecht dürfen wir an diesem Tag sein Lob singen. Gleichzeitig dürfen wir allen danken, die auf eine stille Weise und ohne großes Gedöns um sich zu machen, ihre Aufgaben wahrnehmen, für andere da sind und für die Ihren sorgen. Ihnen verdanken wir, dass unsere Gesellschaft funktioniert. Den Stillen, Bescheidenen und Fürsorglichen ein großes Dankeschön. Der himmlische Lohn aber ist ihnen eh gewiss.


Pfarrer Wolfgang Sedlmeier

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